Kunsthalle Bremen zeigt Meisterwerke der Künstlerin in einer großen Sonderausstellung vom 13. Oktober 2007 bis zum 24. Februar 2008


© Kunsthalle Bremen - Der Kunstverein in Bremen
Paula Modersohn-Becker "Selbstbildnis vor grünem Hintergrund mit blauer Iris", um 1905, Leinwand 40,7 x 34,5 cm

Sie war eine Pionierin der Moderne in Deutschland und eine Künstlerin von Weltrang: Zum 100. Todestag von Paula Modersohn-Becker präsentiert die Kunsthalle Bremen 61 herausragende Meisterwerke der Malerin in einer großen Sonderausstellung. Viermal reiste Paula Modersohn-Becker nach Paris und begegnete dort den Künstlern der französischen Avantgarde um 1900. Diese bestätigten sie auf ihrem eigenen Weg zu einer radikal modernen Bildsprache. Die Ausstellung zeigt erstmals in direkten Gegenüberstellungen die Berührungspunkte in Paula Modersohn-Beckers Werk mit Künstlern wie Cézanne, Gauguin und Van Gogh, den „Nabis“ sowie Picasso und Matisse.



Sehnsucht nach der Weltstadt

Paris war ein Fixpunkt im Leben von Paula Modersohn-Becker (1876-1907). Bereits 1898, kurz nach ihrer Ankunft in der ländlich-abgeschiedenen Künstlerkolonie Worpswede bei Bremen, verspürte sie den Wunsch, Europas pulsierende Kunstmetropole zu besuchen und reiste in der Neujahrsnacht 1900 zum ersten Mal dorthin. Begeistert tauchte sie ein in die jüngste Kunstszene, besuchte Museen und Galerien und nahm Zeichen- und Malunterricht. Weitere Aufenthalte folgten in den Jahren 1903, 1905 und 1906/07.



Leuchtende Farben, vereinfachte Formen

© Kunsthalle Bremen - Der Kunstverein in Bremen
Paula Modersohn-Becker "Stillleben mit Äpfeln und Bananen", um 1905, Leinwand 68 x 84 cm
In Paris sah Paula Modersohn-Becker in Ausstellungen und bei Kunsthändlern die Werke bedeutender Künstler wie Cézanne oder Gauguin. Zeitgenossen wie Rodin und Maillol lernte sie persönlich kennen. Wie die Ausstellung in Bremen verdeutlicht, fühlte sich die junge Malerin durch ihre Pariser Kunsterlebnisse in ihrer höchst modernen Kunstauffassung bestätigt und auf ihrer Suche nach neuen Ausdrucksformen inspiriert: Konsequent und eigenständig entwickelte sie nun ihre eigene Bildsprache jenseits von Naturalismus und Impressionismus weiter. Sie verwendete zunehmend leuchtende, flächig aufgetragene Farben und kam zu einer ausdrucksstarken Formensprache von großer Einfachheit.





Radikal moderne Stillleben und Figurenbilder

Tagebücher und Briefe dokumentieren, wie wichtig die Erlebnisse in Paris für die Künstlerin waren. Doch mit welchen Kunstrichtungen kam sie ganz konkret in Berührung? Wo zeigen ihre Arbeiten auch motivische und stilistische Parallelen zu Künstlern, die sie in ihren Aufzeichnungen nicht erwähnt? Die Präsentation in der Kunsthalle Bremen geht diesen Fragen nach. Sie konzentriert sich dabei vor allem auf Paula Modersohn-Beckers besonders herausragende Stillleben und Figurenbilder aus den Jahren 1900 bis 1907. In zahlreichen Gegenüberstellungen werden diese mit Werken der französischen Avantgarde konfrontiert: Ein Spannungsbogen, der von den „Vätern der Moderne“, Paul Cézanne, Paul Gauguin und Vincent van Gogh, über die Künstlergruppe der „Nabis“ bis zu jüngsten Gegenwartskünstlern der Zeit wie Henri Matisse und Pablo Picasso reicht und die Bedeutung Paula Modersohn-Beckers eindrucksvoll unterstreicht.



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